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Pressemitteilung Bremen

von | Okt 1, 2019 | Pressemitteilung

„deCOALonize Europe“ demonstriert gegen Steinkohlekraftwerke in Bremen +++ sofortiger Kohleausstieg statt kolonialer Ausbeutung +++ bundesweites Aktionswochenende vom 4.- 6. Oktober

Bremen, 1.10.2019: Im Rahmen des „deCOALonize Europe“ Aktionswochenendes werden am Samstag, den 5. Oktober Hunderte Menschen gegen die Verstromung von Steinkohle in Bremen demonstrieren. Damit soll auf die zerstörerischen Folgen der Steinkohleverstromung für das Klima und die Menschenrechtsverletzungen in den Abbaugebieten aufmerksam gemacht werden. Im Rahmen des Aktionswochenendes finden an verschiedenen Orten der Lieferkette Demonstrationen, Protesten und Blockaden statt.

„Bremen ist als küstennahe Stadt vom Anstieg des Meeresspiegels besonders früh betroffen. Die SWB und ihr Mutterkonzern EWE müssen ihrer Verantwortung angesichts der Klimakrise gerecht werden und ihre Kohlekraftwerke sofort abschalten! Das sogenannte Klimapaket der Bundesregierung hat gezeigt, dass Politik und Wirtschaft nicht fähig oder nicht willens sind, effektive Maßnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen. Wir müssen jetzt den öffentlichen Druck erhöhen, damit die SWB ihre zerstörerischen Kraftwerke abschaltet.“, sagt Aktivistin Lina Ottner.

Neben Klimaschutz möchte das Bündnis „deCOALonize Europe“ auch auf die kolonialen Verstrickungen der Steinkohleindustrie hinweisen. So wird die in Deutschland verwendete Steinkohle inzwischen vollständig importiert, vor allem aus Kolumbien, Südafrika, USA und Russland. In den Abbaugebieten protestieren die häufig indigenen Betroffenen gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Diese Proteste werden häufig mit Gewalt niederschlagen und immer wieder Aktivist*innen ermordet. Das Bündnis „deCOALonize Europe“ sieht seine Aktionen als Zeichen der Solidarität mit den betroffenen vor Ort.

„Die Geschichte Bremens ist eine Geschichte des Kolonialismus. Die SWB möchte das nette Unternehmen von nebenan sein. Indem die SWB mit Steinkohleimporten von kolonialen Abhängigkeiten profitiert, schreibt sie aber eben diese Kolonialgeschichte fort. Es ist wie früher: Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verbleiben in den Abbaugebieten, Rohstoffe und Profite werden exportiert. Zur Erhaltung dieses Systems werden Menschen bedroht, vertrieben und ermordet, wenn sie für ihre Rechte einstehen. Mit diesem System verdient auch die SWB ihr Geld, die Sponsorengelder der SWB sind somit blutiges Geld.“, so Lina Ottner.

„deCOALonize Europe“ ist ein Bündnis von Gruppen der Bewegung für Klimagerechtigkeit, der Lateinamerika- und Russlandsolidarität, von Initiativen gegen Kohle aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien. Sie haben sich zusammengeschlossen, um weltweit für den sofortigen Ausstieg aus der Steinkohle und für Klimagerechtigkeit zu kämpfen. Mit dem selbst geschrieben Buch „Still Burning -Vom Kampf gegen die Steinkohleindustrie“ soll der Widerstand in den Abbauregionen mit Informationen zur Steinkohle verbunden und in Deutschland sichtbarer gemacht werden (https://decoalonize-europe.net/wp-content/uploads/2019/09/Still-Burning.pdf).

Die Demonstration startet am 5.10. um 11 Uhr am Antikolonialdenkmal an der Bürgerweide hinter dem Hauptbahnhof. Unser Pressekontakt steht vor Ort für Interviews zur Verfügung.

Pressekontakt Bremen: Lina Ottner (Telefon: 015219309907)

Mail:

Homepage: https://decoalonize-europe.net

Twitter: @deCOALonize_eu

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